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Historie

Vor den Toren der Stadt Braunschweig residierte Anfang des 16. Jahrhunderts Herzog Julius auf der Burg Wendhausen. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen Stadt und Herzog zerstörte die Stadt Braunschweig Anfang des 17. Jahrhunderts während kriegerischer Handlungen die Burg des Herzogs. Im Jahre 1688 wurde auf den Grundfesten dieser Burg durch Phillip Ludwig das Schloss Wendhausen erbaut.

Phillip Ludwig, 1660 vom Herzog Rudolf August von Braunschweig zum Probst ernannt, ab 1668 Geheimrat und ab 1680 Kanzler und Direktor des Consistoriums und der Klosterratsstube wurde 1684 von Kaiser Leopold I in den Adelsstand gehoben. „Phillip Ludwig Probst von Wendhausen“, nun der reichste Mann im Herzogtum Braunschweig, feierte im neu erbauten Wasserschloss rauschende Feste. Im prunkvollen Herzogsaal empfing er unter anderen die Braunschweiger Herzöge Rudolf August und Anton Ulrich.

Den Schlosspark lies er nach Französischem Stil vom Gartenbaumeister Le Notre anlegen. Die Elemente, die in diesem Park verbaut wurden, erinnern stark an den Garten von Schloss Sanssouci, da auch dieser von ihm gestaltet wurde.

Durch die Besetzung der Franzosen Ende des 18. Jahrhunderts wurden das Schloss und der Park stark verwüstet. 1836 pachtete die Braunschweiger Verlegerfamilie Vieweg das Schloss für 99 Jahre. Karl Vieweg bewirtschaftete das Schloss und machte sich vor allem durch seine Pferdezucht einen Namen. Im Jahre 1873 kaufte die Familie das Schloss der Stadt ab und lies einen großen Teil des Schlossparks aufforsten. Da ein Lustgarten nicht mehr zeitgemäß war, wurde aus dem zerstörten Park ein Nutzgarten. Dazu wurden aus verschiedenen Regionen der Erde unterschiedliche Bäume und Sträucher gepflanzt.
Auch im Inneren des Schlosses gab es nun umfassende Veränderungen und viele wertvolle Kunstgegenstände wurden angeschafft.

Nach dem Tod des letzten Erben der Familie erwarb die Stadt Braunschweig 1941 das Schloss von den Nachlasspflegern zurück. Im zweiten Weltkrieg diente es als Hilfskrankenhaus und Flüchtlingslager, später auch als Kindergarten.

Ab 1962 nutzte die Stadt Braunschweig das Schloss für einen Teil Ihrer Verwaltung, verpachtete es 1969 aber an eine Bruderschaft.

Nach langjährigem Leerstand kaufte 1991 ein Braunschweiger Architekt das Schloss und restaurierte es sorgfältig vom Gewölbe bis zum Dach. Hierfür wurde er 1996 mit dem Landespreis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ausgezeichnet.

Heute sind im Schloss neben einer Werbeagentur, einem Tonstudio und einem Mode-Atelier mehrere kleine Firmen ansässig. Herzogsaal, Herzogzimmer, Gewölbe, Hof und Park können für Veranstaltungen gemietet werden.